Nur bei Flaute kann man nicht segeln!

Es prasselt und trommelt auf das Dachfenster. Regen? Auf einmal und dann gleich so viel? Seit Wochen guckten wir in Hamburg morgens ungläubig aus dem Fenser, wenn sich immer wieder der wolkenlose Himmel zeigte. Da rechnete keiner damit, das ausgerechnet an dem Tag, wo wir unsere Sommerausfahrt machen wollten, der Himmel sich entschliessen würde, den Regen der vergangenen Wochen nachzuholen. Zum Regen herrschte auch noch Flaute. Normalerweise sage ich, nur bei Flaute kann man nicht segeln. Ein Blick ins Internet verriet mir aber, dass der Regen gegen 11.00 Uhr aufhören sollte, genau die Zeit, zu der wir starten wollten und Wind sollte dann auch aufkommen. 

Um 10:30 zur Steuermannsbesprechung waren dann auch alle, die heute Segeln wollten, im Clubhaus. und die Prognose begann, sich zu bewahrheiten. Der Regen verschwand und der Wind wehte aus Westen. Wir beschlossen, den Start auf 11:30 Uhr zu verschieben, um beiden noch etwas Zeit zu geben, sich auf die neue Situation einzurichten. 

Und so starteten wir mit neun Booten um 11:30 Uhr bei bester Brise von 3 – 4 Bft. aus Südwest Richtung Hetlinger Schanze, was wir als Umkehrpunkt bei Tidenwechsel festgelegt hatten. 

Die Temperatur war angenehm warm, aber nicht heiß, denn dank der Wolken brannte die Sonne heute nicht so unerbittlich. Der Wind ermöglichte größtenteils einen Am-Wind-Kurs, so dass wir flott vorankamen. 

Alle kehrten wie verabredet unter den Hetlinger Strommmasten um und unsere kleine Flottille segelte vor dem Wind teils mit ausgebaumter Genua, teils mit Spinaker wieder gen Finkenwerder. Die Yachten kamen mehr oder weniger pünktlich gegen 15:30 Uhr wieder im Rüschkanal an.

Der Grill war schon angeworfen, jeder hatte etwas zu Essen mitgebracht, so dass wir ein reichhaltiges Büffet mit Salaten, Frikadellen, Gulaschsuppe, Kuchen und Roter Grütze hatten.

Bei diesen leckeren Speisen und Getränken fand die Ausfahrt einen gemütlichen Ausklang.

Text: Jan Prahm

Ansegeln 2018